Archive sind weit mehr als Orte der Aufbewahrung. Sie strukturieren kulturelle Erinnerung, Wissensproduktion und gesellschaftliche Machtverhältnisse. Dieses Seminar führt in zentrale kulturwissenschaftliche Archivtheorien ein und diskutiert deren Bedeutung für die Analyse von Diskurs, Staat, Medien, Gedächtnis und Digitalität.
Anhand der ausgewählten Texte von Foucault, Derrida, Mbembe, Assmann, Kittler, Stoler, Manovich u. a. untersuchen wir das Archiv als epistemische Ordnung, politische Institution, mediale Infrastruktur und kulturelle Praxis. Dabei stehen Fragen von Macht, Selektivität, Materialität und Erinnerungspolitik im Zentrum.
Das Seminar richtet sich an fortgeschrittene BA- und an MA-Studierende mit Interesse an Kultur-, Wissens- und Mediensoziologie. Es setzt die Bereitschaft zur intensiven Lektüre theoretischer Texte voraus. Das Seminar kooperiert eng mit dem Lehrforschungsprojekt „Mapping the Archive“, das von der Künstlerin Prof. Dr. Stefanie Bürkle im Institut für Architektur durchgeführt wird und jeweils mittwochs von 10 bis 15 Uhr stattfindet (Erster Termin: 15.4., 10.00-15:00 Uhr, Raum A 704, ISIS: https://isis.tu-berlin.de/course/view.php?id=47512 ). Ideal wäre der parallele Besuch beider Lehrveranstaltungen (was ggf. für die Freie Wahl angerechnet werden kann). Möglich ist aber auch der alleinige Besuch des Seminars „Archivtheorien“, kombiniert mit einigen der im LFP „Mapping the Archive“ angebotenen Exkursionen.