SE
Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert
BA/MA BA KuWi 3, MA KuWi 2, 3a, MA FW
Donnerstag, 16-18 Uhr
Diathek

Im Zentrum dieses Lektüreseminars steht die wechselvolle Beziehung zwischen Form und Funktion in der Architektur. Ausgehend von der lateinischen Wurzel functio – die seit der Antike primär auf die menschliche Aktivität und „Verrichtung“ verweist – hinterfragen wir, was im architektonischen Kontext unter Funktionalität verstanden wird. Dabei zeigt sich ein Spektrum, das weit über das rein Zweckdienliche und Nützliche hinausreicht.

Auf der Basis zentraler Quellentexte erforschen wir das sich wandelnde Verständnis dieses Verhältnisses vom späten 19. bis zum frühen 21. Jahrhundert. Den Ausgangspunkt bildet das Diktum des amerikanischen Architekten Louis Henry Sullivan: „form follows function“. Oft als Stereotyp zur Erklärung des Funktionalismus wiederholt, dient uns dieser Text als Basis für eine tiefergehende Untersuchung.

Im weiteren Verlauf des Seminars werden wir die Debatte anhand von Texten verschiedener Jahrzehnte analysieren und diskutieren, unter anderem von Hermann Muthesius, Adolf Behne, Ludwig Mies van der Rohe, Meinhard von Gerkan und Rem Koolhaas.

Literaturhinweis: Ute Poerschke, Funktionen und Formen. Architekturtheorie der Moderne, Bielefeld 2014.