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PD Dr. Gerrit Walczak
BA + MA
BA KuWi 3, 5; MA KuWi 2, Freie Wahl
Dienstag 16-18 Uhr
A 072
Eine Kunstakademie sollte das Bauhaus gerade nicht sein, denn es gäbe gar keine »Kunst von Beruf«, wie Walter Gropius 1919 im Gründungsmanifest proklamierte. Und doch wurden zu Beginn lauter Künstler von Beruf nach Weimar ans Bauhaus berufen, Maler wie Johannes Itten, Lyonel Feininger, Paul Klee, Georg Muche, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer. Spätestens mit dem Umzug des Bauhauses nach Dessau 1925 konzentrierte es sich zwar immer stärker auf industrielle Formgebung und Architektur, doch wurden andererseits Klassen für »Freie Malerei« eingeführt. Selbst Studierende wie Fritz Winter, Xanti Schawinsky und Max Bill nahmen an Ausstellungen teil und verkauften ihre ersten Arbeiten. Dass das Bauhaus keine bloße Bau- und Gewerbeschule wurde, verdankte sich nicht zuletzt dem Gegengewicht der Maler und ihrem Beharren auf der Autonomie der Kunst.
So ist nach der Rolle dieser »Bauhausmaler« für die Lehre zu fragen und nach ihren sich verändernden Aufgaben, doch auch nach ihrem Agieren als Künstler, die weiter Bilder auf dem Kunstmarkt absetzten, bei Galeristen unter Vertrag standen und Ausstellungen bestückten: Es war ihre Ausübung eben der »Kunst als Beruf«, die aus der Malerei der Weimarer Republik gar nicht wegzudenken ist, dem Bauhaus viel Aufmerksamkeit sicherte und lange Zeit auch seine Rezeption prägte. Wie bedingte sich beides, wie funktionierte ein Bauhaus, dessen profilierteste Akteure gerade nicht aufgingen in ihrer Tätigkeit an und für diese Institution?
Hinweis: In diesem Seminar sind ausschließlich kleine Leistungen zu erwerben. Von den Teilnehmer:innen wird die Übernahme eines Kurzreferats (ca. 15 Minuten) mit Handout erwartet.
Literatur: Die Maler am Bauhaus (Ausst.-Kat. München, Haus der Kunst; Berlin [West], Schloss Charlottenburg), bearb. von Ludwig Grote, München 1950; Hans M. Wingler, Das Bauhaus, 1919–1933: Weimar, Dessau, Berlin und die Nachfolge in Chicago ab 1937 [1962], Bramsche/Köln 1975; Eberhard Roters, Maler am Bauhaus, Berlin 1965; Experiment Bauhaus (Ausst.-Kat. Dessau, Bauhaus), Berlin 1988, bes. S. 350–393 (Die Malerei am Bauhaus); Jeannine Fiedler und Peter Feierabend (Hg.), Bauhaus, Köln 1999, bes. S. 160–171 (Freie Malerei am Bauhaus), 232–241 (Itten), 244–255 (Klee), 256–267 (Kandinsky), 268–277 (Feininger), 280–291 (Schlemmer), 308–319 (Albers); Winfried Nerlinger, Das Bauhaus: Werkstatt der Moderne, München 2018, bes. S. 40–61 (Kap. »Kunst und Technik – eine neue Einheit«); Alexandra Panzert, Das Bauhaus im Kontext: Kunst- und Gestaltungsschulen der Weimarer Republik im Kontext, Berlin 2023; dazu die reiche monographische Literatur zu den einzelnen Künstlern.
1. Einführung: Malerei 1919-1933
2. Bauhaus und Malerei / Ausstellung Die Maler am Bauhaus (1950)
3. Johannes Itten und der Weimarer Vorkurs
4. Expressionismus, Neue Sachlichkeit, De Stijl und die Telephonbilder Moholy-Nagys (1922)
5. Die Werkstatt für Wandmalerei
------ ab hier mit Referaten ------
6. Lyonel Feininger
7. Wassily Kandinsky
8. Paul Klee /
9. Georg Muche
10. Oskar Schlemmer / Figürlichkeit und Geometrie
11. Josef Albers / Reduktion
12. Xanti Schawinsky / Werbegraphik
13. Fritz Winter / Westdeutsche Nachkriegsmalerei
14. Max Bill / Konkrete Kunst
- Trainer/in: Lars Alexander Hemmerich
- Trainer/in: Lars Alexander Hemmerich
- Trainer/in: Gerrit Walczak
- Trainer/in: Jakob Nikolaus Weißbarth