SE

Dr. Robert Skwirblies

BA

BA-KulT KuWi 3, 5, 7

Di 14-16

A-F 072

Das nicht mehr ganz junge 19. Jahrhundert war in Berlin wie im übrigen Europa von widersprüchlichen Entwicklungen geprägt: politische Restauration und gescheiterte Utopien einerseits, Fortschreiten in Industrie, Handel und Wissenschaften andererseits. Zu letzterem gehören auch die Künste, die in der Residenzstadt der Mittelmacht Preußen zwischen 1820 und 1850 zwar kaum überregionale Bedeutung hatten, aber für die Stadtidentität eine nachhaltige Bedeutung erlangten. Das Seminar nimmt sowohl die Malerei (Gärtner, Krüger, Hensel u.a.), als die Skulptur (Schadow, Rauch), Architektur (Schinkel, Stüler) und das Kunstgewerbe (Porzellan, Möbel, Kunstschmiede) in den Blick. Die nur bedingt passenden Begriffe von Biedermeier und Vormärz treten dabei in den Hintergrund: Die kulturhistorische Kontextualisierung der Kunstlandschaft Berlin ist ein vorrangiges Ziel des Seminars, wozu auch Quellen und Literatur zur Stadt- und Literaturgeschichte herangezogen werden. 

Literatur zur Einführung:

Ilja Mieck, Von der Reformzeit zur Revolution (1806-1847), in: Wolfgang Ribbe, Geschichte Berlins, Bd. 1, Berlin 2002, S. 407-600; Irmgard Wirth, Berliner Malerei im 19. Jahrhundert: Von der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Ersten Weltkrieg, Berlin 1990; Hans Ottomeyer/ Paul Asenbaum (Hg.), Biedermeier: Die Erfindung der Einfachheit (AK Berlin/Milwaukee/Paris), Ostfildern 2006; Gerhard Wolf (Hg.), Rückwärts gehen die Krebse gern, vorwärts eilt die Zeit: Berliner Biedermeier in Vers und Prosa, Berlin 1988; Paul Weiglin, Berliner Biedermeier. Leben, Kunst und Kultur in Alt-Berlin zwischen 1815 und 1848, Bielefeld 1942