Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel. Toxische Sprache und geistige Gewalt: Tatort Kommunikation mit dem Schwerpunkt Antisemitismus

Modulzuweisung: MA SK 3a; MA SK 5a; MA SK 7; BA-KulT 2a, BA-KulT FW 8 & 12

Zeit: dienstags, 14-16 c.t.

Raum: HBS 2.19 (Google Maps / Campusplan)

Sprache ist ein Machtinstrument, mit dem Menschen verletzt, ausgegrenzt und verängstigt werden können. Hasssprache und verbale Gewalt nehmen stetig zu, breiten sich aus, gefährden die Zivilgesellschaft. Nicht nur die Webkommunikation zeichnet sich dadurch aus, dass Hass-Botschaften immer leichter zugänglich und immer schneller verbreitet werden. Insbesondere verbaler Antisemitismus, also Hass-Sprache gegen Juden und Judentum weist spezifische Merkmale auf, die im Seminar erörtert und wissenschaftlich analysiert werden. Dabei wird erläutert, inwiefern mit sprachlichen Handlungen Macht und Gewalt ausgeübt und inwieweit dabei eine „eigene Realität“ konstruiert wird. Wir betrachten sprachkritisch Feindbild-Konstruktion und De-Realisierung in den Social Media, aber auch beim Campus-und Feuilleton-Antisemitismus, in der Medienberichterstattung, in intellektuellen und politischen Diskursen, und analysieren dabei auch indirekte Formen verbaler Gewalt und Machtausübung.

Grundlagenlektüre: SCHWARZ-FRIESEL, M. (2022), Toxische Sprache und geistige Gewalt : wie judenfeindliche Denk- und Gefühlsmuster seit Jahrhunderten unsere Kommunikation prägen, Tübingen.