Obwohl die Agenda 2030 der Vereinten Nationen bereits seit 2015 eine drastische Reduzierung von Armut und Obdachlosigkeit bis zum Jahr 2030 vorsieht und es sich keineswegs um neue Phänomene handelt, ist der Fortschritt bislang unzureichend und die Herausforderungen global wie lokal hoch. Dieses Masterseminar untersucht sprachliche Konstruktionen von sozialer Differenz und Hierarchie, mit besonderem Fokus auf Armut und Obdachlosigkeit. Ziel ist es, zu analysieren, wie soziale Ungleichheiten und Stigmatisierung in und durch Sprache auf individueller, kultureller wie institutioneller Ebene konstruiert, naturalisiert und reproduziert werden. Dabei werden interdisziplinäre Ansätze aus Kognitionslinguistik, Soziolinguistik und Politolinguistik eingesetzt, um die sprachlichen Mechanismen und sozialen Effekte klassistischer Diskurspraktiken herauszuarbeiten.
Das Seminar gliedert sich in zwei Blöcke: Im ersten Teil (13. 04.–18. 05.) erarbeiten die Studierenden grundlegende theoretische Konzepte und methodische Zugänge und bilden Arbeitsgruppen. Im zweiten Teil (25.05.–13. 07.) entwickeln und bearbeiten sie in offener Betreuung ein eigenverantwortlich gestaltetes Forschungsprojekt zum Seminarthema. Dieses sollte grundlegend eine eingehende Theoriearbeit oder empirische Korpus‑ bzw. Diskursanalyse umfassen und in der Konzeption einer praxisorientierten Ausarbeitung münden. Im Rahmen ihrer Projekte sollen die Teilnehmenden auf der Grundlage eigener wissenschaftlicher Recherchen und Analysen vertiefte Einblicke in klassistische Sprache gewinnen und anwendbare Strategien für Prävention, Bildung und Praxisarbeit entwickeln.
Hinweis: Die Anwesenheit zur zweiten Sitzung (20.04.26 zur Gruppenfindung) sowie an den Projekttagen (tba) ist verpflichtend und als Teil der Seminarleistung zu verstehen.
- Trainer/in: Isabel Pinkowski