Von der Lühe:

LV: Von Heimat zu Horror: 100 Jahre „Sissi“-Filme – eine royale Medien-Ikone im Wandel

Seit der ersten filmischen Darstellung „Sisis“ im Jahr 1921 beflügelt Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898) die Fantasie von DrehbuchautorInnen und RegisseurInnen, zahlreiche Filme und Dokumentationen sind bis 2024 entstanden: Jede Generation erfindet „Sisi“ – auch „Sissi“ genannt – neu: als geheimnisumwittertes Opfer eines tragischen Schicksals, als „süßes Mädel“, als Comic-Figur, als Vorkämpferin der Emanzipation der Frau, als streitbare Amazone, als liebestolle Adelige. Das Film- und Fernsehpublikum war und ist fasziniert vom Schicksal der schönen und unnahbaren Monarchin, neueste Film-, TV- und Streaming-Produktionen über „Sisi“ erzielen weltweit große Erfolge. Die Filme und Serien fokussieren sich meist auf jeweils spezielle Lebensphasen Elisabeths, von der Jugend- und Brautzeit über die von persönlichen Krisen und familiären Katastrophen gezeichneten Jahre als Kaiserin, in denen sie sich meist auf Reisen befand, bis zu ihrer spektakulären Ermordung in Genf. Vom Heimatfilm über Melodramen, Komödien bis zum Abenteuerfilm mit Horror-Elementen sind fast alle Filmgenres vertreten, TV-Animations-Serien machen auch die Jüngsten mit dem „Sisi-Kult“ vertraut.

In der Lehrveranstaltung gehen wir den Fragen nach, warum und wie „Sisi“ zu einer internationalen Medien-Ikone wurde, wir analysieren, welche Themen generationsübergreifend, aber auch in aktuellen Kontexten die Plots bestimmen, und wie sich das Frauenbild in den „Sisi-Filmen“ im Laufe von 100 Jahren veränderte.

Module: MA-DaFF 5, MA-Med 7/9, Freie Wahl

Raum: HBS 2.05 (oder: HBS 2.19)