Immer wieder hört man die Forderung, wir sollten wieder mehr miteinander streiten. In der Politik wird häufig beklagt, dass es an einer guten Diskussionskultur mangelt: Menschen würden „gecancelt“, verletzte Gefühle stünden konstruktiven Auseinandersetzungen im Weg. Auch in der Wissenschaft gilt Streit traditionell als Motor von Erkenntnis und Fortschritt. Gleichzeitig ist Streit als Form des Konflikts mit negativen Emotionen verbunden. Er kann Beziehungen belasten, Fronten verhärten und Gräben vertiefen. Die Frage lautet also: Sollten wir Streit als Tugend begreifen?
Dieser Frage wird das Seminar nachgehen. Wir werden gemeinsam überlegen, ob und wie wir im Alltag, in der Wissenschaft und in der Demokratie danach streben sollten, mehr miteinander zu streiten – und was einen guten Streit ausmacht. Dabei werden wir nicht nur über Streit sprechen, sondern ihn auch selbst respektvoll praktizieren.
- Trainer/in: Sarah Penelope Marie Freund