Mit Charlie Chaplin und Harold Lloyd gehört Buster Keaton zu den markanten Stummfilmstars, die einen ganz eigenen Komödienstil entwickelt haben. Großstadt und Maschine sind bei ihnen allen wiederkehrende Motive, aber allein Keaton steht dafür, der technischen Moderne eine dramaturgisch und ästhetisch prägende Rolle zugewiesen zu haben. Filme wie „The Navigator“ (1924) und „The General“ (1927) erklären schon im Titel einen Überseedampfer und eine Lokomotive zur eigenständigen Handlungsinstanz. Das Seminar wird sich diesen und weiteren Filmen und Kurzfilmen (u.a. „The Scarecrow“, 1920, „The Electric House“, 1922, „Steamboat Bill, jr.“, 1928, „The Cameraman“, 1928, zuwenden. In einer Analyse ihrer visuellen und narrativen Struktur werden wir versuchen, der besonderen Komik Keatons auf die Spur zu kommen, die sich aus einer Verbindung von artistischem Slapstick und technisch induzierter Katastrophe entwickelt. Weitere Filme wie Charlie Chaplins „Modern Times“ (1936) werden dabei zum Vergleich herangezogen. Außerdem werden zeitgenössische und neuere Theorieansätze (Walter Benjamin, Ernst Jünger, Gilles Deleuze/Félix Guattari, Bruno Latour) zu Rate gezogen, um mit ihrer Hilfe in Keatons Stummfilmen eine künstlerische und intellektuelle Position im „technischen Zeitalter“ zu rekonstruieren, die auch heute keineswegs überholt erscheint.

LV-Nr.: 3131 L 012

MA-TGWT LW 2
Vertiefung
Freie Wahl

Mi. 10-12 Uhr

Raum: H 2051

Beginn: 15.04.2026

Ende: 15.07.2026