Dr. Richard Tsogang Fossi, in Zusammenarbeit mit Dr. Judith Rottenburg
MA KuWi 3a, 3b, 4, 6b, 7a, 7b
Blockseminar; Informationsveranstaltung am 22.10.2025, 14 Uhr c.t.
A 083 (Informationsveranstaltung; die weiteren Termine werden dort bekannt
gegeben)
Mehr als 40.000 Kulturgüter aus Kamerun befinden sich heute in deutschen
Museen und ihren Depots. Die Erforschung ihrer Geschichten kann einen
bedeutenden Beitrag zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte leisten,
insbesondere wenn sie sich an Wissenschaftler*innen, Studierende und
zivilgesellschaftliche Akteur*innen aus beiden Ländern richtet und diese
miteinbezieht. Ausgangspunkt des Projektseminars ist der Atlas der Abwesenheit
(Assilkinga et al., 2023), der sich aus interdisziplinärer Perspektive mit den
Kulturgutverlagerungen aus Kamerun nach Deutschland beschäftigt. Eine genaue
Lektüre und gemeinsame Diskussion der einzelnen Kapitel dieser Publikation im
Kontext post- und dekolonialer Forschungsansätze stehen im Fokus der ersten
Sitzungen. Vor diesem Hintergrund widmen wir uns sodann Fragen der
Vermittlung und weiteren Erforschung jener Inhalte im Medium des Films. In
Gruppen- und/oder Einzelarbeit sollen kurze filmische Formate (3-5min)
entstehen, die einzelne Kapitel oder ausgewählte Aspekte und Fallstudien daraus
für eine breite Öffentlichkeit visuell übersetzen und vertiefen. Auf welche Weisen
lässt sich nicht nur die Anwesenheit jener Kulturgüter in deutschen Museen,
sondern zugleich und damit verbunden auch ihre Abwesenheit in Kamerun
filmisch darstellen?
Vorkenntnisse in Film- oder Medienarbeit sind nicht erforderlich; Interesse an der
Verbindung von theoretischem und praktischem Arbeiten sowie an
interdisziplinären und kollaborativen Arbeitsweisen ist erwünscht. Das Seminar
wird von Richard Tsogang Fossi gemeinsam mit Judith Rottenburg aus dem
Projektteam „Umgekehrte Sammlungsgeschichte. Kameruns Kulturerbe in
deutschen Museen“ durchgeführt.
Literatur:
Mikael Assilkinga et al. (Hg.): Atlas der Abwesenheit. Kameruns Kulturerbe in
Deutschland. Heidelberg: Reimer, 2023.
(https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1219)
- Trainer/in: Samir Moritz Ammour
- Trainer/in: Lars Alexander Hemmerich
- Trainer/in: Adriano Pacheco Ortiz Pinchetti