Die Veranstaltung erforscht Formen, Architekturen, Bedingungen, Modi und Transfers akustischer Wahrnehmung in medialen Räumen. Besondere Aufmerksamkeit kommt den Veränderungen in der Produktion von Räumen und Wahrnehmungswelten durch Innovation in Kunst und Design sowie technologische Entwicklungen im Bereich der Virtual Reality (VR) zu. Es geht darum, geläufige Annahmen über „natürliche“, „augmentierte“ und „virtuelle“ Realitäten herauszufordern und der Überlegung nachzugehen, was beispielsweise eine akustische „Hyper“-Realität sein könnte, wenn wir anerkennen, dass sich die unterschiedlichen Formen des World-Makings als „kombinierte Universen“ (Cristofol) gegenseitig durchdringen. 

 Eine alltägliche Auseinandersetzung mit akustischen virtuellen Realitäten, wie z.B. im Auto, am Arbeitsplatz, im Rahmen intelligenten Wohnens, auf Konzerten und in Computerspielen findet derzeit statt oder steht unmittelbar für uns alle bevor. Doch wer erzeugt diese akustischen Umgebungen mit welcher Intention? Und wie können Ingenieurs- und Medienwissenschaften, Klangkunst, Architektur und Sound Design zum Verständnis dieser Raum-Realitäten mit ihren eigenen Strategien ästhetisch, aber auch explorativ und forschend beitragen?

Das Seminar nähert sich all diesen Fragen anhand praktischer Beispiele aus der elektronischen Musik, Klangkunst und aktuellen Soundscape-Apps sowie Architektur in den Studios der TU an. Kompositionen aus dem einmaligen Mehrkanal-Archiv der Audiokommunikation werden gemeinsam gehört, analysiert und interpretiert. Darüberhinaus ist der gemeinsame Besuch unterschiedlicher Raum-Klanginstitutionen innerhalb Berlins geplant, um unterschiedliche handwerkliche und konzeptorische Ansätze zu erleben und zu diskutieren. Außerdem sollen die derzeit zur verfügungstehenden Werzeuge für Design und Komposition von „Spatial Audio" exemplarische verglichen, diskutiert und ausprobiert werden. Dem Themenkomplex wird ein ausführlicher Literaturapparat zur Einführung und Vertiefung zur Seite gestellt werden.