DAS BERLINER MIETSHAUS
in der Wohnungsfrage

Das Berliner Mietshaus ist vom Radar verschwunden. Der aktuelle Diskurs zur Transformation des Gebäudebestands beschäftigt sich überwiegend mit Bauten der Moderne. Das Berliner Mietshaus mit seinen großzügigen Gründerzeitwohnungen bleibt dagegen unbeachtet: Oft wird es von wenigen Menschen bewohnt, ist sozial wenig divers und gemeinschaftsorientierte Wohnformen sind kaum etabliert. Das liegt einerseits am festgefahrenen Mietmarkt, andererseits an den Herausforderungen der Typologie selbst. Übertragbare Lösungen fehlen bislang.

Im Studio untersuchen wir ganzheitliche Transformationspraxen und gehen in Zusammenarbeit mit vielfältigen Partner*innen (z.B. IBA 34-37) der Frage nach, worin der Beitrag der Typologie zur Wohnungsfrage liegen kann. Als Fallstudien dienen ehemals besetzte Häuser, Spekulations- und Leerstandsobjekte, die Ausgangspunkt sind für die Entwicklung übertragbarer Strategien, die höhere Belegungsdichten, gemeinschaftliches und experimentelles Wohnen und Beiträge zur Klimaanpassung verbinden. Parallel werden kooperative Modelle inklusive rechtlicher und sozio-ökonomischer Fragen analysiert.

Das Studio ist als Vertical Studio organisiert: der BA-Entwurf als PIE mit FG AGS/Bauphysik, der MA-Entwurf als PiV mit FG PBI. Geplant sind gemeinsame Formate, Inputs sowie eine Exkursion nach Berlin und Chemnitz.

Foto: Hensel / Weddingweiser