Carrier, Marcus
LV-Nr.: 3131 L 111

Mi. 16-18 Uhr
Raum: H 2051
Anmeldung über ISIS
Beginn: 15.10.2025

CSIBonesCriminal Minds … Populäre Krimiserien, die Wissenschaft und Medizin in den Mittelpunkt der Verbrechensaufklärung stellen, erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Wissenschaft erscheint darin meist als objektiver, emotionsloser Weg, um Tathergänge präzise zu rekonstruieren oder Täter*innen scheinbar fehlerfrei zu identifizieren.

Im Seminar werden wir dieses Bild historisch hinterfragen. Wir gehen den Ursprüngen der Verbindung von Wissenschaft und Justiz nach und fragen, wie sich forensisches Wissen, Kriminalistik und Kriminologie im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet haben.

Seit der Frühen Neuzeit war es üblich, in bestimmten Gerichtsverfahren medizinische Expert*innen hinzuzuziehen – darunter Ärzte, Chirurgen und Hebammen. Diese frühe Praxis der Gerichtsmedizin steht im Zentrum des ersten Teils des Seminars.

Im 19. Jahrhundert differenzierten sich die Wissenschaften zunehmend aus, und auch im Gerichtswesen wurden neue Expertisen herangezogen, etwa aus der Chemie. Gegen Ende des Jahrhunderts erweiterte sich der Einsatz wissenschaftlicher Methoden vom Gerichtssaal auf die Ermittlungen selbst – mit der Entdeckung (oder Erfindung?) des „Tatorts“. Die entstehende Kriminalistik widmete sich der systematischen Auswertung dieses neuen Raumes.

Schließlich werden wir den Blick auf die wissenschaftliche Untersuchung von Kriminalität als gesellschaftlichem Phänomen und auf die Ursprünge der Kriminologie richten.