Essayistisches Schreiben vollzieht sich an Übergängen. Anders als klar konturierte Textformen mit disziplinär definierten Gegenständen (wie Aufsätze, Protokolle oder Hausarbeiten) verspricht der Essay formalen und thematischen Spielraum. Populäre Essays können außerdem eine wichtige Funktion in der Wissenschaftskommunikation übernehmen oder interdisziplinären Kontakt erlauben. Aber wie sieht ein Essay aus? Wie schreibt man ihn? Und wie findet man seine möglichen Gegenstände?
Lesend und schreibend nähern wir uns im Lauf des Semesters gemeinsam den Antworten auf diese Fragen an. Ziel ist es, dass jede:r Teilnehmer:in im Lauf des Seminars einen eigenen Essay schreibt. Finale des Seminars ist ein halbtägiger Workshop im Rahmen der Brecht-Tage 2026 am 13.2., bei dem die Ergebnisse des Schreibprozesses präsentiert und diskutiert werden. Thematische Orientierung für die Essays bietet deshalb ein Zitat aus Brechts „Flug der Lindberghs“: „Wir und unsere Technik sind noch nicht natürlich.“ Wie ist mit diesem Ausblick auf eine nahe Zukunft, in der die menschengemachte Technik „natürlich“ geworden sein wird, heute umzugehen? Ist das skizzierte Szenario vielleicht längst eingetreten – sind Technik und Natur, Maschine und Psyche bzw. Gesellschaft bereits so eng miteinander verschmolzen, dass von einer Trennung keine Rede mehr sein kann?
- Trainer/in: Giulia Fammartino
- Trainer/in: Hanna Hamel
- Trainer/in: Yannick Oster