In einem vermeintlich ‚postfaktischen‘ Zeitalter navigieren wir täglich durch parallele und zum Teil widersprüchliche Informationen und Realitäten. Dabei scheint es unmöglich, den Ursprung einer ‚Wahrheit‘ zu ergründen oder diesen Begriff konsensuell zu besetzen. Doch manchmal verrät bereits die sprachliche Oberfläche durch Lexik und grammatische Struktur, ob Glauben, (kausale) Annahmen oder Wissen hinter einer Aussage stehen.
Dieses Seminar behandelt anhand sprachtheoretischer Überlegungen sowie angewandter Analysen die Beziehung von Sprache, Kognition und Wissen im Deutschen. Dabei nähern wir uns außerdem der Frage, wie die sprachliche Konstitution subjektiver und relativer Wahrheiten auch im Hinblick auf Kausalität, Fehlschlüsse und Scheinevidenz aufgedeckt werden kann.
- Trainer/in: Isabel Pinkowski