Die renommierte Islamwissenschaftlerin und Iran-Expertin Katajun Amirpur bediente sich einer Allegorie, um die facettenreiche Geschichte der persischen bzw. iranischen Jüdinnen und Juden zu beschreiben, die bis ins 6. Jahrhundert v. u. Z. zurückreicht: „Licht und Schatten“. Amirpurs Allegorie sollte verdeutlichen, dass die persisch/iranisch-jüdische Historie nicht nur unter dem Aspekt der Verfolgung und Diskriminierung betrachtet werden kann. Gleichzeitig kann diese Geschichte nicht ohne die Phänomene des Antijudaismus bzw. des Antisemitismus beschrieben werden. Daher widmen wir uns in diesem Seminar sowohl den hellen als auch den dunklen Kapiteln der persisch/iranisch-jüdischen Geschichte: Angefangen mit König Kyros II. (Kyros der Große) aus der Dynastie der Achämeniden, der, und das dürfte bekannt sein, nach seiner Eroberung Babyloniens, es den im Exil lebenden Jüdinnen und Juden ermöglichte, nach Judäa zurückzukehren. Wir schauen uns an, welche Bedeutung die Islamisierung für das Leben der Jüdinnen und Juden in jenen Gebieten hatte, die das heutige Iran bilden. Unsere geschichtswissenschaftliche Reise endet mit der Präsidentschaft Mahmud Ahmadinedschads, der besonders durch seinen kruden Antisemitismus und seiner Leugnung des Holocaust in Erinnerung bleiben wird.


Literatur:

Amirpur, Katajun: Licht und Schatten. Antisemitismus im Iran, in: Neuer Antisemitismus? Fortsetzung einer globalen Debatte, hg. von Christian Heilbronn, Doron Rabinovici und Natan Sznaider, Berlin 2019, S. 219-251.

Levy, Habib: Comprehensive History of The Jews of Iran. The Outset oft he Diaspora, Costa Mesa 1999.

Sarshar, Houman M. (Ed.): The Jews of Iran. The History, Religion, and Culture of a Community in the Islamic World, London 2014.