Der berühmte Essay „Wörter aus der Fremde“ (1959) von Theodor W. Adorno überführt eine Diskussion über Fremdwörter und über die Ressentiments, die von ihnen ausgelöst werden, in ein Nachdenken über Assimilation und Vereinheitlichung. Die deutschsprachig-jüdischen Texte, die uns im Seminar beschäftigen, entstehen in ganz unterschiedlichen historischen Lagen. Der Bogen reicht von Max Brods Artikel „Unsere Literaten und die Gemeinschaft“ (1916) über Texte von (u.a.) Franz Kafka, Lazar Gulkowitsch, Ludwig Feuchtwanger, Victor Klemperer, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, bis zu Georges Arthur Goldschmidt. Im Mittelpunkt unserer Diskussion im Seminar steht die Frage, wie die Reflexion über Sprache und Sprachen in den deutschsprachig-jüdischen Texten in ihren politischen, wissensgeschichtlichen und poetologischen Dimensionen gelesen werden kann.