Seminarleitung: Dr. Sibylle Hoiman (Direktorin Kunstgewerbemuseum Berlin)

Modulzugehörigkeit: MA Kuwi 3b, 6b, 7b

Termine: Das Seminar findet jeden zweiten Mittwoch von 15.00-18.00 Uhr statt, d.h. konkret

Termin: 17.4.: Einstieg
Vorstellungsrunde, Teilnahmebedingungen, Formalia
Einführung in das Thema, Vorstellung KGM von Gründung bis heute, Rundgang

Termin: 1.5. fällt aus (Feiertag)

Termin: 15.5.: muss krankheitsbedingt ausfallen

Ersatztermin: 22.5.: Methoden

Quellen, Zentralarchiv (Frau Winter), Literatur, Besucherbefragung etc., Festlegung der Referate

Termin: 29.5.: Exkursion nach Köpenick, Besichtigung der Dependance des KGM: Schloss Köpenick
mit anschließendem Picknick im Schlossgarten; Treffpunkt 15 Uhr vor dem Schloss

Termin: 12.6.: Vorbildersammlung
Wie kann man den Gründungsgedanken, die Vorbildfunktion ins 21. Jahrhundert übertragen?

Termin: 26.6.: Architektur
Typologie von Kunstgewerbemuseen als Sammlungs- und Ausstellungsbauten

Termin: 10.7.: Sammlungsbestände und -strategien
Wie setzen sich die Sammlungen zusammen, von wem gesteuert?

Termin: 17.7.: Ausstellungen
Was wird ausgestellt und wie werden Ausstellungen umgesetzt?
Bilanz und Ausblick

 

Seminarbeschreibung:

Das Berliner Kunstgewerbemuseum (KGM) befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess mit dem Ziel der Neupositionierung. Als Institution, die sich dem Thema der Gestaltung im umfassenden Sinn widmet, soll das Haus selbst zum Modell für alternative und innovative Formen musealer und gestaltender Praxis werden.

Wie kaum ein anderes Museum steht das Kunstgewerbemuseum aufgrund seiner Geschichte und seines Auftrags an sich für Veränderung: Seine Gründung war eine Reaktion auf die mit der Industrialisierung einhergehenden Prozesse, es war Teil der Reformbewegung, und als sammlungsführende und forschende Einrichtung hatte es zugleich Anteil am technologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Wandel. Das Kunstgewerbemuseum sammelte neben historischen immer auch zeitgenössische Werke und stellte in seiner angegliederten Schule Vorbilder- und Lehrmittelsammlungen als Inspirationsquellen für Gestalter*innen zur Verfügung. Unterlagen diese Gründungsprinzipien zwar im Laufe der Jahrzehnte einigen Neuerungen, ist das Kunstgewerbemuseum doch nach wie vor der Museumstyp schlechthin, der von Beginn an seine Aufgabengebiete den veränderten Bedingungen der Gesellschaft angepasst und mit ihr verhandelt hat.

Obwohl das große Spektrum der Objekt- und Materialgruppen vielseitige Fragestellungen erlaubt und sich das Kunstgewerbemuseum insbesondere aufgrund der Nähe zu Alltagsthemen und zum Handwerk an eine breite Gesellschaft richtet, hat es allerdings seit geraumer Zeit nur ansatzweise vermocht, seine spezifischen Potenziale zu aktivieren und strukturelle Veränderungen vorzunehmen.

Das Seminar nähert sich im 14-tägigen Rhythmus vor Ort der Geschichte, dem Profil und den Entwicklungsmöglichkeiten des KGM aus unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Methoden. Die präzise Kenntnis der Institution – z.B. ihre Rezeptionsgeschichte, die Typologie der Architektur, die Sammlungs- und Ausstellungsstrategien – ist die Voraussetzung für eine Übertragung des Gründungsgedankens in das 21. Jahrhundert, wofür in dem Seminar gemeinsam Vorschläge erarbeitet werden sollen.

Das Seminar findet im Kunstgewerbemuseum statt, aus diesem Grund ist die max. Personenzahl für dieses Seminar auf 15-20 Studierende begrenzt.