Die Zeit um 1910 ist eine Zeit des musikhistorischen Umbruchs – auch wenn die Frage, ob der Übergang von der ›musikalischen Moderne‹ (wie sie durch Werke Gustav Mahlers, Richard Strauss‘, Max Regers, Claude Debussys und Maurice Ravels gebildet wird) zur ›Neuen Musik‹ (Paul Bekker) bereits zur Entstehungszeit von Werken wie Arnold Schönbergs Drei Klavierstücken op. 11 (1909) und Igor Stravinskijs Ballettmusik Le Sacre du Printemps (1913) oder erst zu Beginn des dritten Dezenniums des 20. Jahrhunderts anzusetzen ist, unterschiedlich beantwortet worden ist. Am Beispiel repräsentativer Kompositionen beleuchtet das Seminar Charakteristika der musikgeschichtlichen Strömungen, die die musikgeschichtliche Situation um 1910 prägen. Dabei sollen sich die (hör-)analytische Auseinandersetzung mit den Werken und die Beschäftigung mit ihren musikhistorischen Kontexten die Waage halten. Die Teilnehmer*innen sollten über musikalische Grundkenntnisse (wie sie etwa das Modul ›Allgemeine Musiklehre‹ vermittelt) verfügen.