Wie lässt sich eine deutsche Nachkriegsgeschichte schreiben, in der die Erfahrungen von
Flucht und Migration nach Deutschland, beginnend mit den verschiedenen
Anwerbeabkommen (West sowie Ost), nicht nur als Marginalien in großen
historiographischen Darstellungen Erwähnung finden, sondern als eigenständige und in die
deutsche Alltagsgeschichte verflochtene bzw. integrierte Erzählung (aus der Perspektive der
Geflüchteten und Migrierten)? In diesem interdisziplinär angelegten Seminar widmen wir uns
der obigen Frage, indem wir uns jene Quellen genauer anschauen, mit denen eine solche
Geschichte geschrieben werden könnte. Dabei lernen wir nicht nur verschiedene
Quellengattungen kennen, sondern auch die nötigen Methoden, um diese zu untersuchen.
Dieses Seminar bietet den Teilnehmer*innen zusätzlich die Möglichkeit, selbst Quellen
vorzuschlagen sowie einzelne Sitzungen zu gestalten.
Zur Vorbereitung (sowie Seminar begleitend) seien die folgenden Bücher empfohlen:
Poutrus, Patrice P.: Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart,
Berlin 2019; Alexopoulou, Maria: Deutschland und die Migration. Geschichte einer
Einwanderungsgesellschaft wider Willen, Stuttgart 2020.
- Trainer/in: Mohammad Ali Sarshar Sarhangi