Aufklärung als Epoche und Französische Revolution als Ereignis gelten weithin als Grundlagen der „europäisch-westlichen Werteordnung“. Zeitgleich bildeten sich breitgefächerte monarchistisch, klerikal oder auch liberal orientierte Gegenbewegungen aus, die trotz ihrer intellektuellen wie politischen Verschiedenheit gemeinhin als „Gegenaufklärung“ zusammengefasst werden. In diesem Seminar werden wir zunächst verschiedene analytische Begriffe und Konzepte von „Gegenaufklärung“ und deren Nützlichkeit diskutieren, dann „klassische“ Texte der Gegenaufklärung (und deren Grenzbereiche) lesen sowie schließlich den ideengeschichtlichen Traditionslinien bis in die Gegenwart hinein nachspüren. Da die Lehrveranstaltung als Lektürekurs angelegt ist, wird die Bereitschaft zum Lesen auch längerer Texte vorausgesetzt.
Literatur: Isiah Berlin, The Counter-Enlightenment, in: ders., Against the Current. Essays in the History of Ideas, London 1980, S. 1-24; Theo Jung, Gegenaufklärung. Ein Begriff zwischen Aufklärung und Gegenwart, in: Dietmar J. Wetzel (Hg.), Perspektiven der Aufklärung: zwischen Mythos und Realität. München 2012, S. 87 – 100; Jochen Schmidt, Aufklärung und Gegenaufklärung in der europäischen Literatur, Philosophie und Politik von der Antike bis zur Gegenwart, Darmstadt 1989; Zeev Sternhell, The Anti-Enlightenment Tradition, New Haven 2009.