Seit dem 18. Jahrhundert werden mit dem Begriff „Emanzipation“ politische Bewegungen belegt, welche die Befreiung und Ermächtigung benachteiligter sozialer Gruppen oder gar der Menschheit schlechthin zum Ziel haben. In diesem Seminar untersuchen wir die Begründung, Entstehung, politische Entwicklung sowie die je unterschiedlichen und sich wandelndern Aktionsformen und Praktiken sehr unterschiedlicher Emanzipationsbewegungen und setzen diese in ein Verhältnis zueinander: Jüdische Emanzipation, Frauenemanzipation, Abolutionismus („emancipation“), soziale oder nationale Befreiungsbewegungen, Dekolonialismus etc. stehen trotz aller Unterschiedlichkeit in einem historischen Kontinuum. Also werden wir in diesem Seminar insbesondere Fragen nach Partikularität und Universalität solcher Bewegungen nachgehen. Studierende in den BA-Studiengängen sind gerne willkommen.
Literatur: Alex Demirovic et al. (Hg.), Emanzipation. Zur Aktualität eines politischen Begriffs, Münster 2019; Reinhart Kosselleck, Grenzverschiebungen der Emanzipation. Eine begriffsgeschichtliche Skizze, in: ders. (Hg.), Begriffsgeschichten, Frankfurt 2006.