Doutch, Daniela
LV-Nr.: 3131 L 012
MA-TGWT LW 1, LW 3
BA-KulT IS 4
Freie Wahl
SE Er/Zählen: Judith Schalanskys Vermessungsstrategien
Do. 12-14 Uhr
Raum: H 2033, Präsenz, Anmeldung über ISIS
Beginn: 19.10.2023
In Judith Schalanskys (*1980, Greifswald) Prosatexten gibt es nicht nur viel zu lesen, sondern auch viel zu sehen und sogar zu ertasten, denn die Autorin ist bekannt dafür, dass sie ihre Bücher von der Schrifttype, über die Papierwahl und Illustration bis hin zum Satz komplett selbst gestaltet. Die akribische Buchgestaltung spiegelt sich auch in ihrer Poetik wider: Schalansky versteht sich meisterhaft darauf, das Verhältnis von Sprache, Bild und Welt immer wieder neu zu vermessen. In geradezu naturwissenschaftlicher Manier eignet sie sich Formen des Kartographierens, Aufzählens und Verzeichnens an und lässt diese zum Motor von Geschichten werden, die ihren eigenen Entstehungsprozess stets mitreflektieren und dabei eine sprachliche Perspektive auf ein Weltgeschehen inszenieren, das gerade in seiner Undurchdringlichkeit und Dynamik Versuche des kontinuierlichen Vermessens – insbesondere computerbasierte – problematisiert. Im Seminar werden wir Schalanskys Fraktur mon Amour (2006), Atlas der abgelegenen Inseln. Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde (2009), Der Hals der Giraffe. Bildungsroman (2011) und Verzeichnis einiger Verluste (2018) gemeinsam lesen, schauen, ertasten und ihre jeweilige Spezifizität eines vermessenden Er/Zählens‘ herausarbeiten. Anhand ausgewählter Sekundär- und Theorietexte werden wir uns mit Fragen der Buchgestaltung ebenso befassen (z.B. Monika Schmitz-Emans Buchgestaltung als Poiesis, 2021) wie mit Formen des Wissens, die über das Kartographieren, Aufzählen und Verzeichnen generiert werden (z.B. Urs Stäheli: Das Soziale als Liste. Zur Epistemologie der ANT, 2011)
- Trainer/in: Daniela Pho Doutch
- Trainer/in: Giulia Fammartino
- Trainer/in: Thiago Ferreira Lion