Für die Entwicklung der
modernen Naturwissenschaft kommt der europäischen frühen Neuzeit eine besondere
Bedeutung zu: Stichworte wie mathematische Formulierung, experimentelle
Methode, Emanzipation von religiöser Autorität und gesellschaftliche Relevanz werden
häufig als Indikatoren für eine „wissenschaftliche Revolution“ gedeutet.
Zugleich stellen zahlreiche historische Befunde dieses einfache Bild in Frage.
Die Vorlesung wird einen Überblick über die Entwicklung der europäischen
Naturwissenschaft vom späten 16. bis ins frühe 18. Jahrhundert geben. Die Frage
nach Neubeginn oder Übernahme antiker Traditionen wird ebenso behandelt wie das
kontrovers diskutierte Verhältnis zwischen Wissenschaft, Technik, Politik und
Gesellschaft. Die Frage, worin denn eigentlich das entscheidend Neue der
Periode besteht, wird einen zentralen Bezugspunkt der Vorlesung bilden.
Parallel und abgestimmt zur Vorlesung findet ein Seminar „Quellen zur
Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit“ statt, in dem vertiefende Texte
behandelt werden und dessen Besuch nicht zwingend, aber von Vorteil ist.
- Trainer/in: Gesine Katharina Madeleine Finn
- Trainer/in: Friedrich Steinle