Die ›Penn School of Music Theory‹ ist eine Gruppe nordamerikanischer Musiktheoretiker, die einander durch Lehrer-Schüler-Beziehungen und/oder gewisse gemeinsame Forschungsinteressen und methodologische Grundanschauungen nahestehen: Leonard B. Meyer (1975–1988 Professor an der University of Pennsylvania), Meyers Schüler Eugene Narmour, Justin London und Robert Gjerdingen sowie Vasili Byros.
Am Anfang der ›Penn School of Music Theory‹ steht Leonard B. Meyers ›Emotion and Meaning in Music‹ (1956), eines der wirkungsmächtigsten Bücher der englischsprachigen Musiktheorie des 20. Jahrhunderts. Indem Meyer eine Analysemethode entwickelt, die die strukturellen Korrelate musikalischer Erwartungen aufzeigt, zielt er auf eine psychologische Theorie musikästhetischer Wirkungen – eine Theorie, die Ansätze aus Emotionspsychologie, Gestaltpsychologie, Informationstheorie und Musiktheorie miteinander verknüpft. Narmour hat Meyers Konzept der musikalischen Implikation wissenschaftlich zu elaborieren versucht, London eine kognitionspsychologisch fundierte Theorie musikalischer Rhythmik und Metrik vorgelegt, Gjerdingen Meyers Konzept des musikalischen Schemas zur Analyse musikalischer Korpora des 18. Jahrhunderts genutzt und Byros den Anwendungsbereich des Schema-Konzepts auf Musik des frühen 19. Jahrhunderts erweitert.
Das Seminar gibt eine Einführung in die wichtigsten Texte der fünf genannten Theoretiker.
- Trainer/in: Oliver Schwab-Felisch