Trans politische Diskussionen werden vor dem Hintergrund einer Zunahme der medialen Aufmerksamkeit besonders polemisch geführt. Neben der Verbreitung von solidarischen Positionen mit Forderungen von trans Menschen ist eine Verhärtung von anti-trans Positionen, inklusive bei Akteur:innen die sich als links und feministisch positionieren zu beobachten. Zeitgleich sind auch Stimmen zu berücksichtigen, die eine Kritik an der neoliberalen Vereinnahmung und der Marginalisierung der Anliegen mehrfachunterdrückte trans Subjekte in trans politischen Praxen und Strukturen artikulieren. In dem Seminar werden wir uns in Gruppenarbeiten mit medialen Debatten, aktivistischem Wissen und Vorstellungen von gesellschaftlichem Wandeln kritisch auseinandersetzen: welche Annahmen bestimmen den Rahmen von Debatten und was wird dadurch unsagbar und unsichtbar? Wie argumentieren unterschiedliche Positionen und wie können wir die Argumentationen politisch einordnen? Was macht aktivistisches Wissen aus und was unterscheidet es von andere Wissensformen? Was können wir von aktivistischem Wissen lernen? Welche Vorstellungen von gesellschaftlichen Wandeln sind in trans politischen Projekten und Forderungen zu finden? Damit ein konstruktiver Austausch möglich ist, wird von den Teilnehmenden die Bereitschaft vorausgesetzt, eigene Positionen im Rahmen des Seminars zu hinterfragen, sowie der Anspruch, andere Positionen analytisch nachvollziehen zu wollen.
- Trainer/in: Luisa Friederike Girke
- Trainer/in: Eric Llaveria Caselles
- Trainer/in: Dulguun Shirchinbal