Erfindungen und Neuerungen und die mit ihnen einhergehenden
sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen spielen bekanntlich in der
Geschichte der Entwicklung der Menschheit eine kaum zu überschätzende Rolle.
Die zunehmende Geschwindigkeit und Wucht des gesellschaftlichen Wandels im
Zusammenhang mit Erfindungen und Neuerungen haben Marx und Engels schon vor
mehr als 150 Jahren eindrücklich beschrieben, wenn sie betonen, dass der
neuzeitliche Kapitalismus „massenhaftere und kolossalere Produktionskräfte“
hervorgebracht habe „als alle vergangenen Generationen zusammen. Unterjochung
der Naturkräfte, Maschinerie, Anwendung der Chemie auf Industrie und Ackerbau,
Dampfschifffahrt, Eisenbahnen, elektrische Telegraphen, Urbarmachung ganzer
Weltteile, Schiffbarmachung der Flüsse, ganze aus dem Boden hervorgestampfte
Bevölkerungen – welches frühere Jahrhundert ahnte, daß solche Produktionskräfte
im Schoß der gesellschaftlichen Arbeit schlummerten.“ (Marx/Engels 1848)
Seitdem haben sich die Anzahl an Neuerungen, ihre Entwicklungs- und
Ausbreitungsgeschwindigkeit und ihre verändernde Wirksamkeit noch einmal
deutlich gesteigert. Dennoch ist erst in den letzten ca. 70 Jahren eine
Forschungsrichtung entstanden, die den Zusammenhang zwischen der Erfindung von
Neuem und dessen gesellschaftlicher Wirksamkeit systematisch in den Blick
nimmt: die Innovationsforschung. Ziel der Integrierten Veranstaltung „Spezielle
Theorien der Soziologie 2: Innovationsforschung“ ist es, grundlegend in dieses
Forschungsfeld einzuführen.
Die integrierte Veranstaltung besteht aus einer Vorlesung und einem Seminar. In der Vorlesung werden die zentralen Konzepte, Fragestellungen und Herangehensweisen der sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung vorgestellt und diskutiert. Das Seminar dient der vertiefenden Beschäftigung mit diesen Ansätzen. Dort werden vorwiegend empirische Texte erarbeitet, in denen die jeweiligen konzeptionellen Ansätze zur Anwendung kommen.
Das Seminar wird zeitlich parallel doppelt angeboten. Alle Teilnehmer:innen werden gebeten daran mitzuwirken, dass beide Seminare in etwa die gleiche Teilnehmerzahl haben.
Bitte schreiben Sie sich im zugehörigen ISIS-Kurs ein. Die aktuellen Informationen zur Lehrveranstaltung finden Sie ab Vorlesungsbeginn in den zugehörigen ISIS-Kursen- Trainer/in: Ingo Schulz-Schaeffer
- Trainer/in: Camillo David Westerhoff