Schon Hobbes und Rousseau beschreiben den Anspruch auf Anerkennung als einen Grund für gesellschaftliche Konflikte. Pufendorf verweist darauf, dass die menschliche Selbstbeziehung verletzbar durch soziale Missachtung ist. Fichte und Hegel formen aus diesen Einsichten eine umfassende Theorie der Anerkennung, die von der intersubjektiven Verfasstheit des Geistes (Ludwig Siep) ausgeht. Die Anerkennungstheorie nimmt an, dass sich das Selbstverhältnis von Personen erst durch die Beziehung zu „signifikanten Anderen“ (G.H. Mead) entwickelt. Das Seminar widmet sich den Ursprüngen der gegenwärtig einflussreichen Anerkennungstheorie und legt den Schwerpunkt auf Fichte und Hegel, deren Thesen wir gemeinsam Schritt für Schritt analysieren wollen. Die Teilnahme am Seminar setzt deswegen die Bereitschaft voraus, einige der anspruchsvollsten Texte der Philosophiegeschichte gründlich zu lesen.
Mi, 10-12
19.10.2022 – 15.02.2023
- Trainer/in: Tatjana Noemi Tömmel