„Sprache ist nicht neutral, nie harmlos“, sie beeinflusst unsere Wahrnehmung, spiegelt die gesellschaftliche Realität, reproduziert sie und verfestigt dabei gewisse Bilder und Vorstellungen. So ist Sprache ein Instrument der Machtausübung und des Ausschlusses gewisser Minderheiten und Gruppen und demzufolge erschafft sie Diskriminierungen: „Wörter können nicht nur etwas tun, sie können auch etwas antun.“[1] Eine diskriminierungssensible Sprache wirkt langfristig auf die Wahrnehmung von Normalität und erschafft somit Realität. In diesem Seminar geht es darum, historische Kontinuitäten rassistischer Wörter und diskriminierende Bezeichnungen aufgrund von Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung, Erscheinungsbilder, Alter oder Religion wahrzunehmen und zu kontextualisieren; dabei sollen sich die Seminarteilnehmenden mit der (deutschen) Sprache auseinandersetzen, um die eigene Wahrnehmung zu schärfen und zu verändern.
In der heutigen Gesellschaft kommen häufig Unsicherheiten in Bezug auf Begrifflichkeiten und vermeintlich neutrale Bezeichnungen und mitunter unbeabsichtigte sprachliche Abwertungen vor. Ziel des Seminars ist die Entwicklung eines sprachlichen Leitfadens zur gemeinsamen Anwendung sowohl im Alltag als auch in Referaten, Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten, der gleichzeitig Abhilfe schaffen und als Richtlinie für einen diskriminierungsfreien Sprachgebrauch (nicht nur) am FG DaF dienen soll. Das Glossar konzentriert sich auf Begrifflichkeiten, die die vom AGG genannten Diskriminierungsthemenbereiche betreffen: ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Behinderung, Religion und/oder Weltanschauung, Alter und sexuelle Identität.
[1] Herrmann, Steffen Kitty/Kramer, Sybille/Kuch, Hannes (2007) (Hrsg.): Verletzende Worte. Die Grammatik sprachlicher Missachtung. Bielefeld. Transcript, S, 7.
- Trainer/in: Anna Malena Pichler
- Trainer/in: Sabine-Brigitte Prudent