In den letzten Jahren hat „Identitätspolitik“ als Schlagwort in der allgemeinen Öffentlichkeit viel politisierte Aufmerksamkeit erfahren. Im Zentrum standen dabei in aller Regel Forderungen von gesellschaftlichen Minderheiten. Das Seminar holt hingegen weiter aus und befasst sich zunächst mit der Sinnstruktur des strategischen Essentialismus, der allen partikularen Selbstbehauptungen zugrunde liegt. Im weiteren Verlauf wird es dann um Beiträge aus der Geschichtswissenschaft, der Soziologie, der Politikwissenschaft und der Wissenschaftstheorie bei der Analyse von Identitätspolitiken in Vergangenheit und Gegenwart gehen. Das Programm der Lehrveranstaltung wird in den ersten beiden Sitzungen diskutiert und festgelegt. Studenten und Studierende sind aufgefordert, dabei ihre thematischen Interessen einzubringen.

Literaturauswahl:
Pluckrose, Helen/ Lindsay, James: Zynische Theorien. Wie aktivistische Wissenschaft Race, Gender und Identität über alles stellt - und warum das niemandem nützt, München 2022
Hilgendorf, Eric: Identitätspolitik als Herausforderung für die liberale Rechtsordnung. Versuch einer Orientierung, in: Juristenzeitung 76 (2021), H. 18, S. 853-863
Auernheimer, Georg: Identität und Identitätspolitik, Köln 2020
Themenheft "Identitätspolitik", 2019, H. 9-11 Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ); https://www.bpb.de/apuz/286499/identitaetspolitik

Die erste Sitzung findet am MO, 17.10., von 14:00-16:00 statt. Ort: KAI Raum 1315