In den Gender Studies ist die Kategorie gender zentral, um gesellschaftliche Ungleichheits- und Machtverhältnisse zu untersuchen. Post-koloniale, rassismuskritische und intersektionale Theorien zeigen aber, dass gender untrennbar mit race verwoben ist. Solche Diskriminierungskategorien können zwar analytisch voneinander getrennt betrachtet werden, eine monolithische Setzung von gender läuft jedoch Gefahr, die Komplexität und Verwobenheit von Diskriminierungsstrukturen zu entnennen. Das Seminar befasst sich primär mit Intersektionen von gender und race – und damit von Heteronormativität und Rassismus – im Kontext von männlich geprägten Organisationen wie Militär und Polizei.

Organisationen sind in den heutigen (westlichen) modernen Gesellschaften generell nicht mehr wegdenkbar, durchziehen sie doch fast alle gesellschaftlichen Teilbereiche wie z.B. Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft. Organisationen wie Militär und Polizei waren einst maßgeblich prägend für die (disziplinierende) Herstellung von Staatsbürger*innenschaft und Männlichkeit(en), und bis heute sind sie geprägt durch formale und informale Organisationsstrukturen, die diskriminierend wirken (können). Zugleich versuchen diese Organisationen nun vermehrt, sich mit Blick auf gesellschaftliche Heterogenität zu „diversifizieren“.

Diese Aspekte aufgreifend fragt das Seminar danach, a) welche Bedeutung gender und race, v.a. in diesen organisationalen Kontexten, innehaben, b) wie die damit verbundenen Diskriminierungs- und Ungleichheitsverhältnisse Rassismus und Heteronormativität im Zusammenhang mit anderen Machtverhältnissen dort wirken und c) was wir daraus für machtkritische Forschung zu bzw. Arbeit in und mit männlich geprägten Organisationen ableiten können.