Ein Technikforscher hat die frühen Versionen grundlegend neuer Technik
einmal als „hoffnungsvolle Monster“ bezeichnet, weil sie einerseits
vielversprechend erscheinen und geeignet sind, große Erwartungen zu
wecken, andererseits aber noch eher schlecht als recht funktionieren und
insofern monströs, d.h. grobschlächtig und hässlich daherkommen. Es ist
eine bekannte Tatsache, dass viele neue Techniken zu Beginn schlechter
funktionieren als die Techniken, die sie später verdrängen. Dass
Technikentwickler:innen und Techniknutzer:innen dennoch auf sie setzen,
hängt sehr stark mit den zukunftsgerichteten Erwartungen zusammen, die
sich mit solchen vielversprechenden neuen Techniken verbinden. Dies
zeigt, wie wichtig technikbezogene Zukunftsvorstellung für Prozesse der
Technikentwicklung und der sozio-technischen Innovation sind. Gegenstand
des Seminars sind Konzepte und Ansätze aus der Techniksoziologie, den
Science & Technology Studies und der Technikfolgenabschätzung, die
sich mit den unterschiedlichen Formen technikbezogener
Zukunftsvorstellungen auseinandersetzen und ihre jeweilige Bedeutung für
Technikentwicklung, Technikgovernance und Innovation beleuchten.
- Trainer/in: Ingo Schulz-Schaeffer
- Trainer/in: Camillo David Westerhoff