Seminar für MA
Dozentin: Astrid Zenkert
Mittwoch 10-12 Uhr
Raum: A072
Module: MA KuWi 1, 3a, 5
Für diesen Kurs sind noch Restplätze verfügbar. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter Angabe Ihres vollen Namens unter diathek@kunstwissenschaft.tu-berlin.de.
Beschreibung:
Wenige Künstler der Vormoderne polarisieren so stark wie Tintoretto.
Hin-und hergerissen zwischen Ablehnung und Bewunderung bezeichnet Vasari
Tintoretto als „das schrecklichste Gehirn, das die Malerei je hatte“
und wirft ihm gleichzeitig vor, so nachlässig mit der Malerei umzugehen,
als sei sie bloß ein Scherz. Extrem kontrastive, oftmals polemisch
zugespitzte Einschätzungen prägen die fortuna critica bin
hinein in die aktuelle Tintoretto-Forschung: Feiern ihn die einen als
rebellischen Außenseiter, der seine Umgebung mit kühnen künstlerischen
Neuerungen verstört, zeichnen die anderen das Bild eines geschmeidigen
Marktstrategen, dem jedes Mittel recht ist, um sich und seine Werkstatt
dominant zu positionieren. Die einen sehen ihn als glühend frommen
Künstler im Dienste der Gegenreformation, die anderen als scharf an den
Grenzen des Erlaubten agierenden Häretiker. Wie lassen sich diese
Gegensätze zusammendenken? Wir wollen uns in diesem Seminar zwischen
politischer, religiöser und kunsttheoretischer Kontextualisierung auf
der einen und genauer Bildanalyse auf der anderen Seite exemplarische
Wege zu dem ebenso vielschichtigen wie umfangreiche Werk Tintorettos
bahnen. Die Standortgebundenheit der eigenen Perspektiven zu
reflektieren, wird dabei eine ständige Herausforderung sein.
- Trainer/in: Lars Alexander Hemmerich
- Trainer/in: Milena Ingrid Maria Soquat
- Trainer/in: Paula Wunderlich