Georges Canguilhem (1905-1995) war einer von Europas führenden
Wissenschaftshistoriker und Philosophen des Lebendigen. Im Zentrum seiner
Biophilosophie steht die Idee, dass jeder Organismus wesentlich eine ihm
angemessene Umwelt mitgestaltet und darum eine normative Aktivität darstellt.
Wir werden Canguilhems These von der unlösbaren Verflechtung der zentralen
medizinischen Kategorien des Normalen und des Pathologischen mit sozialen
Tatsachen diskutieren. Auf dieser Basis werden wir sein Verständnis von Gesundheit
als das Vermögen analysieren, die Norm zu überwinden und neue Normen zu setzen.
Wie werden auch das vielfältige Verhältnis von Organismus und Maschine sowie
Canguilhems besondere Interpretation des Vitalismus kennenlernen.
Textgrundlage: „Das Normale und das Pathologische“ (Hauptwerk) und „Die
Erkenntnis des Lebens“.
- Trainer/in: Giulia Fammartino
- Trainer/in: Axel Gelfert
- Trainer/in: Spyridon Koutroufinis