Dass die Soziologie
sich mit Technik beschäftigt, ist nicht so unmittelbar einleuchtend wie dass
sie zwischenmenschliche Interaktionen und Beziehungsmuster untersucht. Dennoch
ist Technik aus guten Gründen Gegenstand der Soziologie: weil in die materielle
Gestalt technischer Geräte und in die Ablaufregeln ihrer Prozesse soziale
Normen und Konventionen und Aspekte sozialer Strukturen „eingeschrieben“ sind
und weil diese sachtechnisch verfestigten sozialen Regeln und Strukturen das
Handeln der Nutzer beeinflussen; weil eine Technik nicht nur aus dem jeweiligen
Gerät besteht, sondern auch aus einer bestimmten Art und Weise seiner
Benutzung, und weil Techniknutzung eine soziale Praxis ist, die nicht durch die
technischen Eigenschaften des Geräts determiniert wird; weil genutzte Technik
aus diesen beiden Gründen zum einen als Resultat sozialer Strukturierung untersucht
werden kann, zum anderen als etwas, das sozial strukturierend wirkt. Ziel des
Seminars ist es, grundlegend zu diskutieren, warum und in welcher Weise Technik
Gegenstand soziologischer Forschung ist.
Das Seminar wird doppelt angeboten. Alle Teilnehmer:innen werden gebeten daran mitzuwirken, dass beide Seminare in etwa die gleiche Teilnehmerzahl haben.
- Trainer/in: Moritz-Niklas Ladage
- Trainer/in: Martin Meister
- Trainer/in: Camillo David Westerhoff