Die Elemente des Antisemitismus gelten immer noch als eine zentrale Grundlage der Antisemitismustheorie, ihre analytische Schärfe und Tiefe prägen die Forschung  bis heute. In sieben – sehr verschieden langen – Abschnitten formulieren die beiden Autoren Thesen zu Antisemitismus. Diese betrachten Elemente von Antisemitismus aus je unterschiedlichen Perspektiven; materialistische, psychoanalytische und religionsgeschichtliche Argumente stehen nebeneinander und sind doch lose verwoben. Lose, denn – wie Adorno es später formulierte – eine Theorie des Antisemitismus, die diese Elemente konsistent zusammen führte, „would amount to nothing less than a theory of modern society as a whole“ (Adorno 1950: 608). Im Lektürekurs wenden wir uns diesem letzten Kapitel der Dialektik der Aufklärung zu. Ziel ist ein tieferes Verständnis der einzelnen Thesen sowie ihrer Bedeutung innerhalb des theoretischen Zusammenhangs der Dialektik der Aufklärung. Wir lesen den Text Seite für Seite gemeinsam, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Adorno, Theodor W. (1950): Prejudice in the Interview Material. In: Adorno, Theodor W./Frenkel-Brunswik, Else/Levinson, Daniel J./Sanford, R. Nevitt: The Authoritarian Personality. Studies in Prejudice, Bd. 1, herausgegeben von Max Horkheimer und Samuel H. Flowerman. New York, 605–653.

Seminarliteratur: 

Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W. (1989): Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt am Main. [Es wird empfohlen die Taschenbuchausgabe zu erwerben.]

Horkheimer, Max (1987): Gesammelte Schriften. Band 5: Dialektik der Aufklärung und Schriften 1940-1950, herausgegeben von Gunzelin Schmid Noerr. Frankfurt am Main.

Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit

Erste Sitzung online: 21.10., 10:00

https://tu-berlin.zoom.us/j/67219351299?pwd=clZCek9IVm5sSGlrdjFuelQ2M2d2Zz09


Bei Rückfragen: markus.end@tu-berlin.de