Dozent*in: Sabrina Saase


Das Seminar „Intersektionale Privilegierungserfahrungen und soziale Gerechtigkeit – zwischen Identitätspolitiken, Affekten, und Interventionen“ reflektiert kritisch Geschlechterordnungen und angrenzende intersektionale Identitätskategorien im Zusammenhang mit Ungleichheiten und wie diese im Bildungskontext (re)produziert und verhandelt werden sowie wie ihnen dort begegnet werden kann. Wenn es um gesellschaftliche Ungleichheitsanalysen geht, stehen meist diskriminierte Positionierungen im Vordergrund: Equal Pay Day, Equal Care Day oder jüngst die globale Corona Krise erinnern uns z.B. an ökonomische Ungleichheiten aufgrund vergeschlechtlichender oder rassifizierender Zuschreibungen. Erst langsam stehen auch privilegierte Positionierungen im Fokus und die damit einhergehende Analyse wie diese oft unsichtbaren Privilegien dazu beitragen diverse Unterdrückungsverhältnisse aufrecht zu erhalten und damit Ressourcenzugänge, sowie kollektives und individuelles Verhalten und Erleben entscheidend zu prägen. Privilegierte Positionierungen werden im Seminar intersektional betrachtet, da Menschen aufgrund verschiedener Identitätsdimensionen vielfältige Schnittmengen verschiedener Diskriminierungs- und Privilegierungserfahrungen auf individueller, struktureller und diskursiver Ebene erfahren, die je nach zeitlichem und geopolitischem Kontext variieren können. Da Identitätsdimensionen fluide sind, werden Privilegien auch als über die Zeit veränderbar betrachtet. Das Seminar beschäftigt sich damit intersektionales Privilegienbewusstsein konzeptuell zu greifen, zu diskutieren und dessen Potenzial für soziale Gerechtigkeit zu reflektieren. Dabei wird ein Spannungsfeld zwischen Identitätspolitiken, affizierten und affizierenden Abwehrmechanismen und Emanzipationsbewegungen anhand interdisziplinärer Texte, Bildungsmaterialien und weiterer Interventionen analysiert.