Als paternalistisch werden Handlungen oder Maßnahmen bezeichnet, die in
die Handlungsfreiheit und/oder personale Autonomie von Personen
eingreifen, mit dem Ziel, das Wohl der Betroffenen zu fördern oder
zumindest Schaden von ihnen abzuwenden. Zum Beispiel werden sogenannte
„Nudging“-Maßnahmen, die Betroffenen einen „kleinen Schubs“ in die
richtige Richtung geben sollen, unter dem Label „Liberaler
Paternalismus“ verhandelt. Paternalismus wird aber auch häufig als
negativ konnotiertes Schlagwort gebraucht, um missliebige (z.B.
staatliche oder medizinische) Interventionen zu diskreditieren. Im
Seminar werden wir untersuchen, was genau Paternalismus bedeutet, welche
Arten von Paternalismus es gibt und – anhand exemplarischer Kontexte –
wie Paternalismus ethisch zu bewerten ist.
- Trainer/in: Birgit Beck