Kann eine Sache oder Person auf eine andere einwirken, ohne diese zu berühren? Können Dinge geradezu magisch in einem Wirkverhältnis stehen, das nicht durch ihr Verhältnis im Raum mitbedingt ist? Die große Mehrheit der westlichen Gelehrten hat diese Fragen verneint. Fernwirkungen galten als spukhafter Zauber, logischer Widerspruch oder allein dem göttlichen Wirken vorbehalten. Mit der Gravitationstheorie Isaac Newtons wurde dieser überwiegende Konsens auf viel breiterer Ebene in Frage gestellt oder neu verhandelt. Die Debatte ist jedoch viel älter und betrifft neben der Physik auch viele andere Bereiche, zum Beispiel Theologie und Medizin. Das Seminar verfolgt wissenschafts- und philosophiehistorische Schauplätze jener Debatten um die sogenannte Fernwirkung von der Antike bis in das 18. Jahrhundert auf Grundlage von ausgewählten Quellentexten.

Distanz ist auch der Modus der Lehrveranstaltung: Das Seminar ist im Online-Distanz-Modus geplant: Vorbesprechungstermin am 16. April 2021 von 10:00 bis 11:30 Uhr via Zoom: https://tu-berlin.zoom.us/j/6527896304?pwd=WjB3S1lVTmlUd1RoK1EycmRwM3QxUT09.

5-tägiger Block vom 19. bis 23. Juli 2021.

Literatur