Zu den Grundlagen kunsthistorischen Arbeitens gehört das Beschreiben. Sobald wir uns als Wissenschaftler:innen über Kunstwerke äußern wollen, müssen wir nicht nur in der Lage sein, Bilder, Skulpturen, Bauten zu analysieren, sondern auch über die Mittel verfügen, Gesehenes in Sprache umzusetzen. Wie aber verbalisiert man Erkenntnisse zu Komposition, Farbigkeit, Texturen oder den Einsatz gestalterischer Mittel? Wie verbindet man formale Beobachtungen mit Überlegungen zum Thema, zu einzelnen Motiven oder zur Technik? Wie lassen sich narrative Strukturen in einem Bildwerk erfassen und beschreiben? Und wie gehen wir mit der (ästhetischen) Wirkung um, die sie auf uns haben? In unserem Seminar wollen wir uns Klarheit darüber verschaffen, wie Beschreibungen funktionieren, wie sie aufgebaut sein können und welche Aspekte sie ansprechen sollten. Dabei soll nicht nur die zeitliche Bedingtheit sprachlicher Modelle reflektiert, sondern sollen auch unterschiedliche Herangehensweisen für unterschiedliche Kunstepochen in den Blick genommen und eigenes Beschreiben eingeübt werden. Den Ausgangspunkt bilden Werke in den Berliner Museen. Damit bietet das Seminar nebenbei auch eine Möglichkeit, die Sammlungen schon mal digital kennenzulernen, bevor sie (hoffentlich) in nächster Zukunft auch wieder für einen „echten“ Besuch offenstehen.

BA KuWi 2 und 4