
Die naheliegendste Möglichkeit, Autorschaft im (Bild)Werk zu reklamieren, ist die Signatur. Der Begriff umfasst nicht nur die Namenszüge, die wir aus der neueren und neuesten Kunst kennen und ganz unmittelbar auf die schreibende Hand des Künstlers oder der Künstlerin zu verweisen scheinen, sondern auch Inschriften, Monogramme oder sprechende Zeichen. Signaturen können als Fremdkörper charakterisiert oder als integraler Bestandteil der Darstellung inszeniert werden, können als Warenzeichen oder als kunsttheoretisches Statement fungieren, die Rolle eines Akteurs übernehmen oder die Bildhandlung konterkarieren. Sie weisen auf das Gemachtsein der Artefakte hin, können aber auch selbst zum Artefakt werden. In unserem Seminar untersuchen wir die Formen der Signatur für die Bildgattungen Bildhauerei, Malerei, Zeichnung und Druckgraphik; im Zentrum werden niederländische, deutsche, spanische und italienische Werke aus dem 15. und 18. Jahrhundert stehen. Anhand einzelner Fallbeispiele - unter anderem Werken von Jan van Eyck, Giovanni Bellini, Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Raphael, Michelangelo, Caravaggio, Francisco de Zurbarán, Jean-Honoré Fragonard und Francisco de Goya - wollen wir nach den sozialgeschichtlichen, kunsttheoretischen und ästhetischen Implikationen fragen, die sich in der Kennzeichnung manifestieren und die Verbindung von Schrift (beziehungsweise Zeichen) und Bild reflektieren.
MA KuWi 1 und 3a
- Trainer/in: Magdalena Bushart
- Trainer/in: Helen Charlotte Rebecca Roßbach
- Trainer/in: Paula Wunderlich