Längst hat die Auseinandersetzung mit der Provenienz von Objekten in westlichen Museen und Sammlungen eine breite Öffentlichkeit erreicht. Immer lauter werden Fragen nach den Umständen gestellt, unter denen etwa die berühmte Büste der Nofretete, der Pergamon-Altar, die sogenannten „Benin-Bronzen“ in deutsche Museen gelangt sind. So brisant die Antworten sind, politisch und gesellschaftlich, geht es im Seminar allerdings weniger darum, mögliche Rückgabeforderungen abzuwägen. Vielmehr steht das historische Verstehen im Mittelpunkt: Worauf beruhen heutige Vorstellungen von Kulturerbe? Inwiefern war Kunstraub ein Akt von Herrschaftspraxis? Welche Ansprüche, Rechtfertigungen, Adaptionen gab es in der Kunst- und Kulturgeschichte? Um aktuelle Diskurse kritisch zu beleuchten, widmet sich das Seminar (SE MA KuWi 4 + 6b) historischen Quellen von der Antike bis heute, die von Triumph und Verlust, Plünderung und Leerstellen, Forderungen und Rückgaben von Kulturerbe sprechen.
- Trainer/in: Robert Skwirblies
- Trainer/in: Paula Wunderlich