Im gegenwärtigen Ausnahmezustand tritt eine Differenz verschiedener Bildtypen verstärkt hervor. Diejenigen zwischen Bildern und Informationen, die über das "Netz" und das heißt von zu Hause aus zugänglich sind, und solchen, die in Institutionen, Bibliotheken und Museen zurzeit weggeschlossen werden. Mit den "mobile Screens" widmen wir uns im Seminar spezifischen Bildträgern, die diesbezüglich eine produktive Flexibilität aufweisen. Konnektivität, Tragbarkeit und Ortsbezogenheit kommen dabei in unterschiedlichen Konstellationen zusammen. Im Zentrum der Fragestellung steht das "neue" Medium der AR (Augmented Reality), das hochmobile Bilder und ihren ortsspezifischen Einsatz ineinander verschränkt. "Mobile Screens" zu betrachten führt folglich in zwei Richtungen. Eine führt zur Mobilität der Bilder selbst und die andere zur Mobilität ihrer Träger. Dafür werden wir im Seminar sowohl Techniken der Mobilmachung in der Kunst- und Mediengeschichte verorten als auch aktuelle Träger wie Smartphones, Tablets oder HMDs (Head-Mounted Displays) diskutieren. Wie verändert der Verbund von Konnektivität und Mobilität die Orientierung? Was bedeutet es für eine Rezeption von und Praxis mit Bildern, wenn diese beim Spazieren oder Arbeiten im Sichtfeld erscheinen können? Und wie beeinflusst technisch erzeugte Ortsgebundenheit unserer Erfahrung von Raum, Präsenz und Kommunikation?
- Trainer/in: Niklas Becker
- Trainer/in: Tam Thanh Luong