Das Seminar zielt auf eine Auseinandersetzung mit Inter- und Transgeschlechtlichkeit innerhalb der soziologischen Geschlechterforschung, die diese Phänomene vergesellschaftet, das heißt, in Zusammenhang mit zentralen gesellschaftlichen Strukturen und historischen Entwicklungen denkt. Dabei soll die Multiplizität von Inter- und Transgeschlechtlichkeit sichtbar gemacht werden: als gelebte Erfahrungen, als politische Auseinandersetzungen, als kulturelle und biologisch-medizinische Konstrukte. Grundlegend für das Seminar ist die Frage nach den Gewaltformen, die in diese drei Dimensionen eingeschrieben sind. Unsichtbarmachung, staatliche Diskriminierung, Normalisierung, Stigma, etc. sollen im Rahmen von Maria Lugones Analyse des kolonialen/modernen Gendersystem gedacht werden. Im Seminar widmen wir uns dem Wandel im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt im europäischen und US-amerikanischen Kontext von der frühen Moderne bis zur heutigen Medikalisierung. Die Dokumentation der Leben von Schwarzen geschlechterdiversen Menschen, sowie Erfahrungen und Verständnisse geschlechtlicher Vielfalt aus dem globalen Süden durch Black Trans Studies und post- bzw. dekolonialen Positionen zeigen zudem die kulturelle Spezifizität und die konstitutive Rolle von whitenessfür die Phänomene von Inter- und Transgeschlechtlichkeit.