Der Titel der Filmkomödien „Fack ju Göthe“ ist als Plädoyer für Bildungsferne und Bildungsverachtung herumgereicht worden. Das Missverständnis ist Ausdruck dafür, wie schwierig sich die Vermittlung der von vielen als Bildungsballast wahrgenommen klassischen deutschen Literatur gestaltet. Kann man Goethe noch als Klassiker, d.h. als einen maßstabsetzenden Autor auch über den Bereich der Dichtung hinaus sehen – oder vielleicht auch anders lesen? Gibt es womöglich verschiedene, einander abgewandte Seiten Goethes, von denen einige verdrängt wurden und werden? Ausgehend von seinem ‚Klassiker‘, der „ganz verteufelt humanen“ (Goethe) Iphigenie auf Tauris, soll über diesen Klassiker gesprochen (und gestritten) werden, darüber ob Klassiker in der Gesellschaft heute überhaupt einen Platz haben können.
Zu Semesterbeginn muss die Iphigenie auf Tauris gelesen sein (gerne in einer Reclam- Ausgabe). Auf Texte Goethes und seiner Zeitgenossen kann digital über die Seite www.zeno.org zugegriffen werden.
Literaturverweis:
Begriffsbestimmung der Klassik und des Klassischen. Hrsg von Heinz Otto Burger. Darmstadt 1972
Zumbusch, Cornelia: Weimarer Klassik. Eine Einführung. Stuttgart 2019
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