Fremdsprachenlehrmaterialien
vermitteln nicht nur Sprachkenntnisse, sondern bieten auch erste
Berührungspunkte mit den soziokulturellen Räumen eines Zielsprachenlandes. Dazu
gehört auch die entsprechende Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit
sowie die Konzeptionen von (nicht)heteronormativen Lebensformen. Gemeinsam soll
erörtert werden, inwiefern eine (Re)traditionalisierung von (Vor)urteilen im
DaF-Unterricht gefördert werden kann. Im Vordergrund der Lehrveranstaltung
steht die Frage, inwieweit man Vorurteile und Stereotype im Fremdsprachenunterricht
be- und verhandeln soll; insbesondere da der Erwerb einer Sprache mit neuen
Reflexions- und Vergleichsprozessen einhergeht, die in Diskriminierungsformen
münden können. Unter einem intersektionalen Verständnis soll in der
Lehrveranstaltung diskutiert werden, welche Relevanz eine realitätsgetreue
Inszenierung der pluralistischen Gesellschaft hat und wie Alltagssituationen
geschlechtlich bzw. heteronormativ markiert werden. Anhand einer gemeinsamen
Lehrwerkanalyse wird untersucht, inwieweit die ausgewählten Materialien
pluralistische LSBTIQ*-Narrative berücksichtigen. Für eine queere Didaktik in
der Fremdsprachenvermittlung werden didaktische Handlungsempfehlungen
ausgesprochen, die es ermöglichen multiple (Geschlechter)Perspektiven und
Lebensformen zu reflektieren.
- Trainer/in: Anna Malena Pichler