
Der Komfort von gepolsterten Möbeln, fließendem Wasser, künstlicher Beleuchtung,
regulierter Raumtemperatur, elektrischen Haushaltsgeräten usw. ist in westlich geprägten
Gesellschaften heute so allgegenwärtig wie alltäglich. Zugleich werden mehr denn je die
Schattenseiten moderner Lebensstile sichtbar: Während Public-Health-Experten „diseases of
comfort“ als die häufigste Todesursache in kommenden Generationen prognostizieren, bilden
steigender Energiekonsum, wachsender Verbrauch von Flächen und Ressourcen oder
steigendes Müllaufkommen wesentliche Ursachen der gegenwärtigen ökologischen Krise.
Diese Zweischneidigkeit des Komforts werden wir im Seminar in den Blick nehmen und
historisch befragen. Anhand des Phänomens des Komforts führt das Seminar in die Geschichte
des Technikkonsums und ihre zentralen Fragestellungen ein. Wir lesen und diskutieren Texte,
mit denen wir uns den folgenden Fragen nähern werden: Wie entstand eine auf Komfort
ausgerichtete Konsumkultur und materielle Kultur im Europa der Neuzeit? Welche neuen
Lebensstile gingen mit ihr einher? Was waren ihre technischen, ökonomischen und
ökologischen Voraussetzungen und Folgen? Wer kam überhaupt in den Genuss von Komfort?
Wie war Komfort sozial verteilt nach Kategorien wie Klasse, Geschlecht oder Ethnie?
Literatur:
Crowley, John E.: The invention of comfort. Sensibilities & design in early modern Britain &
early America, Baltimore, MD 2001.
Shove, Elizabeth: Comfort, cleanliness and convenience. The social organization of normality,
Oxford 2004.
- Trainer/in: Katharina Busch
- Trainer/in: John Jeremy Damm
- Trainer/in: Fabian Thorsten Zimmer