Cursos
Als „privat“ werden viele Dinge bezeichnet, von den eigenen Gedanken („privacy of the mind“), Entscheidungen („das ist meine Privatangelegenheit“) und Körperregionen („private parts“) bis hin zu Räumen („Privatwohnung“), institutionellen Bereichen („Privatsphäre“, aber auch: „Privatökonomie“) – und Informationen. Das Seminar wird sich auf die letztere Dimension, „privacy“ bzw. informationelle Privatheit fokussieren. „Privacy“ wird nicht nur seit einigen Jahrzehnten im Zusammenhang mit Informationstechnologie (z.B. Datenbanken), Überwachung („surveillance society“, NSA-Überwachungsaffäre etc.) und Digitalisierungsprozessen intensiv diskutiert, sondern gilt auch als jene Privatheitsdimension, die alle anderen in Mitleidenschaft zieht (Koops et al. 2017): Informationen ermöglichen Wissen auch über Sachverhalten, die Akteur:innen und Kollektiven (z.B. Patient:innen-Selbsthilfegruppen) als privat gelten (private Ansichten, Entscheidungen, Körperzustände etc.). Während „privacy“ demgegenüber als Modus der Regulierung von Informationsflüssen gelten kann, lassen sich die zeithistorisch sich wandelnden Typen informationeller Privatheit soziologisch nur verstehen, wenn der soziotechnische Kontext ihrer Entstehung in Rechnung gestellt wird. Im Seminar wird deshalb ein weiter Bogen gespannt: von klassischen soziologischen Arbeiten zum Thema, die „unter analogen Bedingungen“ entstanden, über jene Konzeptionen, die den geänderten informationstechnischen Sozialkontext reflektieren, bis hin zu aktuellen privatheitstheoretischen Auseinandersetzungen mit data analytics und Künstlicher Intelligenz bzw. Machine Learning.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
- Trainer/in: Jamie Jana Jocher
- Trainer/in: Carsten Martin Ochs
Roboter, die in direkter Interaktion mit menschlichen Nutzer*innen in Arbeits- und Alltagsumgebungen eingesetzt werden sollen, werden seit einiger Zeit als prinzipiell technisch machbar und als sozial sinnvoll vorgestellt. Auch wenn die Anwendungsideen für diese Roboter großes öffentliches Interesse hervorgerufen haben und mit großen Erwartungen verbunden sind, so sind sie auch Gegenstand einer kontroversen Debatte über die Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes. Denn solche Roboter sollen nicht nur für vergleichsweise harmlose Anwendungsgebiete verwendet werden, etwa als Museumsführer oder für Rettungsmissionen. Sie sollen vielmehr etwa als Ergänzung von Pflegepersonal in Pflegeheimen oder als kollaborierende Mitarbeiter in der industriellen Fertigung oder in der Logistik Verwendung finden.
Mittlerweile sind erste Pilotanwendungen bereits realisiert, und es liegen viele mehr oder weniger detailliert ausgearbeitete Szenarien des avisierten zukünftigen Einsatzes dieser Roboter vor. Hier werden die neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Robotern ausgedacht, bewertet, erprobt und als neue Wirklichkeit etabliert. Die Entwicklung, Aushandlung, Erprobung und Durchsetzung dieser neuen Formen sozio-technischer Konstellationen ist Gegenstand des Lehrforschungsprojektes.
Nach einer gemeinsamen Lektürephase bietet das Lehrforschungsprojekt die Möglichkeit, in Projektgruppen empirische Projekte aus diesem Themenspektrum im Team zu entwickeln und durchzuführen. Aufgabe der Projektgruppen ist es, eine soziologische Fragestellung zu einem Thema aus diesem Spektrum zu entwickeln, ein passendes Forschungsdesign auszuarbeiten, eine entsprechende Erhebung von empirischem Material durchzuführen, die empirischen Daten auszuwerten und die Ergebnisse des Projektes in einem Abschlussbericht festzuhalten. Die Wahl des theoretisch-konzeptionellen Rahmens und der empirischen Methoden erfolgt in Abhängigkeit von der selbstgewählten Fragestellung.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
- Trainer/in: Jamie Jana Jocher
- Trainer/in: Martin Meister
Ein Jahr nach dem ambitionierten Verkehrsversuch im Graefekiez ziehen wir Bilanz: Welche
Auswirkungen hatte die temporäre Abschaffung öffentlicher Parkflächen auf die Mobilität der
Anwohnenden? Haben sich Verkehrsroutinen nachhaltig verändert? Wie viele Parkplätze wurden
tatsächlich abgeschafft? Und welche Erkenntnisse lassen sich daraus für zukünftige städtische
Verkehrsprojekte ableiten? Das Seminar bietet Raum für eigene Forschungsfragen und
Diskussionen. Studierende können sich aktiv mit den Herausforderungen und Potenzialen einer
„intervenierenden Soziologie“ auseinandersetzen und untersuchen, inwiefern Experimente zur
Transformation städtischer Mobilität beitragen können.
- Trainer/in: Philip Daniel Baumbach
Veranstaltungstitel: Kolloquium Planungs- und Architektursoziologie
Modul: BA-/MA-Werkstatt
Modulnummer: 0637 4300 L 99
Dozierende Person: Dr. Christy Kulz
Termin:
16.05.2025
Raum: FH 804
- Trainer/in: Stefan Eckert
- Trainer/in: Christy Rebecca Kulz
- Trainer/in: Jan Lietzke