Kurzy

Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung ist unsere Zeit von einer eigenartigen Endzeitstimmung geprägt. Dabei begleiten apokalyptische, chiliastische oder eschatologische Visionen vom Ende der Welt die Menschheit von ihren Anfängen an. Dazu gehört auch, dass Fredric Jameson für die Postmoderne – das ist noch nicht so lange her – einen fröhlichen, unbeschwerten, umgekehrten Chiliasmus (Endzeitstimmung) diagnostizierte. Das scheint heute ins Gegenteil umgeschlagen zu sein. Was neu ist, dass die Architektur dabei die Seite gewechselt hat. Bis vor kurzem war die Architektur noch ein Mittel, mit dem der Mensch zukunftsgewandt die Souveränität über sein Leben gewann, heute sieht man in Architektur und Stadt, Land- und Ressourcenverbrauch die Ursachen für die dystopische Verfasstheit der Erde. Das Seminar wird verschiedene apokalyptische Erzählungen in Literatur, Philosophie, Religion, Musik und Kulturkritik und die Rolle, die die Architektur darin spielt, untersuchen. Das (Forschungs-)Seminar wird mit dem ARS Forschungsverbundprojekt (TU und UdK) durchgeführt.

Kritische Gegenwartsanalysen im Spannungsfeld von System und Störung

Zwischen Atomwaffen und Ressourcenmangel, zwischen alarmierenden Klimakatastrophen und fehlender Tourist:innenbespaßung während einer globalen Pandemie; zwischen Warlords, autoritären Staaten, Volksbegehren und Bürgerkriegen - in einer Realität, die sich schneller multipliziert als wir Social Media Accounts erstellen können, sammeln sich Fragmente einer persistierenden Gegenwart.
Das Tutorium widmet sich im Rahmen der Architektur und Stadtplanung dieser Gegenwart unter dem Aspekt der Krise; zwischen Störung und System. Es steht die Frage im Vordergrund, wie interdisziplinäre Recherche und (Gegen-)Planung innerhalb komplexer globaler, perfekter wie katastrophaler Systeme ermöglicht werden kann.
Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung von kritischen Werkzeugen für angehende Architekt:innen, Stadtplaner:innen und Sozialwissenschaftler:innen, wendet sich jedoch in gleichem Maße an Student:innen anderer Disziplinen, die Interesse an den Themen und Methoden haben.


Data accumulation — data on identity markers such as gender or race, geographic and climate data, data on the movement of people, goods and capital, and much more — is increasingly conditioning the production of architecture. Big data has become synonymous with an intangibly large body of knowledge, and the application of data-based techniques is typically accompanied by the promise of ever more accurate depictions and predictions of the world, the environment and architectures. Data sets, however, are not a given but constructs with inscribed biases and powers: issues to be critically addressed, described and debated.

This exploration unfolds along the analysis of various data- driven architectural and environmental practices, alongside the study of key texts from racial studies, gender studies and science and technology studies, laying the necessary foundations for careful distinctions between different forms of biases and powers and their intersectionalities; and for what data is and what it constitutes.


Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung ist unsere Zeit von einer eigenartigen Endzeitstimmung geprägt. Dabei begleiten apokalyptische, chiliastische oder eschatologische Visionen vom Ende der Welt die Menschheit von ihren Anfängen an. Dazu gehört auch, dass Fredric Jameson für die Postmoderne – das ist noch nicht so lange her – einen fröhlichen, unbeschwerten, umgekehrten Chiliasmus (Endzeitstimmung) diagnostizierte. Das scheint heute ins Gegenteil umgeschlagen zu sein. Was neu ist, dass die Architektur dabei die Seite gewechselt hat. Bis vor kurzem war die Architektur noch ein Mittel, mit dem der Mensch zukunftsgewandt die Souveränität über sein Leben gewann, heute sieht man in Architektur und Stadt, Land- und Ressourcenverbrauch die Ursachen für die dystopische Verfasstheit der Erde. Das Seminar wird verschiedene apokalyptische Erzählungen in Literatur, Philosophie, Religion, Musik und Kulturkritik und die Rolle, die die Architektur darin spielt, untersuchen. Das (Forschungs-)Seminar wird mit dem ARS Forschungsverbundprojekt (TU und UdK) durchgeführt.

Architekturtheorie ist ein zutiefst modernes Anliegen. Das Bedürfnis der Architektur nach kritischtheoretischer Reflexion ihrer kulturellen Grundlagen resultiert unmittelbar aus der besonderen Entwicklungsdynamik der Moderne. Mit dem Aufkommen neuer Materialien (Stahl, Beton, Glas), neuer Technologien (Maschine, Foto, Film, Computer, Smartphone) und neuer gesellschaftlicher Ordnungen kann die Architektur zur Bewältigung ihrer kulturellen Aufgaben ihre orientierenden Maßstäbe nicht mehr unhinterfragt den Vorbildern vergangener Epochen entlehnen. Wo alles ständig in Bewegung und in Veränderung ist, muss sie immer wieder ihre Ziele, Mittel und Methoden aufs Neue bestimmen. Evident wird dies besonders am Übergang von der manuellen zu maschinellen Produktion im 19. Jahrhundert, wie auch heute an der Wende vom analogen zum digitalen Zeitalter. Daher: Architekturtheorie ist das Medium der Reflexion über das Gemachtsein sowie Gemachtwerden der Architektur und über ihre kulturelle Funktion im jeweiligen, sich verändernden kulturellen Kräftefeld.

Die Vorlesung versteht sich als Einführung in die Architekturtheorie als jene Instanz kritischet Reflexion, die nach den Grundlagen der Architektur als sinnlich-ästhetische Erfahrung, als konstruktive Realität und soziales Bezugssystem im jeweiligen kulturellen Kräftefeld fragt. Sie versteht sich als Einführung in die philosophischen, ästhetischen, psychologischen, sozialen,wahrnehmungstheoretischen etc. Grundlagen der Architektur. Mit der nötigen historischen Vertiefung soll ein Überblick über die wichtigsten theoretischen Positionen, deren Defizite und Scheitern seit Ende des 18. Jahrhunderts bis heute gegeben werden.