Cursos

Seit einiger Zeit befinden wir uns in einer multiplen Krisensituation. Die Problemfelder (u. a. Klimawandel, Pandemie, Ukrainekrieg) verstärken sich dabei gegenseitig – mit unmittelbaren Folgen für Städtebau und Stadtplanung. Strategien einer effizienten, wie regenerativen Stadtentwicklung sind mehr denn je gefragt. Die zirkuläre Stadt liefert einen Ansatz, der komplexe Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Problemfeldern lösungsorientiert verknüpft.
Im Masterprojekt untersuchen wir theoretisch, konzeptionell und entwerferisch den Ansatz der zirkulären Stadt. Dafür erkunden wir Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten unter anderem aus Grün in der Stadt, Energetischer Stadtsanierung, SMART-City und innovativer Innenstadtentwicklung. Wir fokussieren Ansätze einer Donut-Ökonomie, genauso wie solche einer progressiven Nachhaltigkeitsentwicklung und einer stadt- und siedlungsbezogenen Anthropologie beziehungsweise Archäologie. Parallel suchen wir nach Flächen und Gebäuden, die aufgrund möglicher Entwicklungen zukünftig „obsolet“, also überflüssig werden. Berlin, sowie Städte und Kommunen in dessen Umfeld dienen uns als Suchräume. Unterschiede zwischen Klein- und Großstädten werden dabei berücksichtigt. Für diese Orte oder auch Raumnetzwerke sollen im Masterprojekts städtebauliche Entwürfe geplant werden. Ein Set, gemeinsam entwickelter Prinzipien der zirkulären Stadt dienen uns dabei als Orientierung.
Die Lehrveranstaltung ist Bestandteil einer deutschlandweiten Zusammenarbeit von Hochschulen in Stadtplanung, Städtebau und Architektur unter dem Namen “Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft” gefördert durch die die Nationale Stadtentwicklungspolitik.
- Trainer/in: Daria Kariakina
- Trainer/in: Sarah Friedel
- Trainer/in: Gerrit Ivo Manke
- Trainer/in: Angela Million
- Trainer/in: Anastasia Isabella Schmidt
- Trainer/in: William Banjo Armstrong Scobie
„Wann kommt Hohen Neuendorf zu einem Stadtzentrum?“ fragte die Märkische Oderzeitung im Januar 2022. Und tatsächlich: Bereits 2016 beschloss die Stadtverordnetenversammlung Hohen Neuendorfs die Einleitung von vorbereitenden Untersuchungen für die Durchführung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme. Eine circa 35 Hektar große Fläche im Zentrum der Stadt soll entwickelt werden – doch ein Baustart ist bislang nicht absehbar. Obschon in den vergangenen Jahren Gutachten eingeholt, Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung durchgeführt wurden und ein grobes städtebauliches Konzept erstellt wurde, hemmen zersplitterte Eigentumsverhältnisse und differierende Vorstellungen über städtebauliche Dichten bisher den Start. Kontroversen bestanden und bestehen teilweise im Hinblick auf verschiedene inhaltliche Fragestellung der großflächigen Entwicklung – unter anderem der Fragen nach dem Umgang mit Kleingärten sowie wünschenswerter Wohnformen und Gebäudetypologien. Aber auch der Entwicklungsprozess und die anzuwendenden städtebaulichen Instrumente sind strittig – im Gespräch sind eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme aber auch einzelne B-Pläne für Teilgebiete. Vor diesem Hintergrund bekam das Vorhaben im April 2022 von der Stadtverordnetenversammlung einen weiteren Dämpfer: Einer der drei Aufstellungsbeschlüsse für B-Pläne für Teilgebiete der Entwicklungsfläche wurde nicht gebilligt.
Einigkeit besteht in der Stadt in der Zielstellung, dass etwa 1/3 aller Wohnungen mietpreisgedämpft oder als Sozialbauwohnungen errichtet werden sollen. Aber auch hier bestehen Befürchtungen, wie sich diese Gebäude harmonisch in die Umgebung einfügen können – vielfach ist das Bild des sozialen Wohnungsbaus mit negativen Vorstellungen von Großsiedlungen aus den 1970er Jahren besetzt.
Damit bleibt ein seltenes Potenzial bis dato ungenutzt: großzügige, zusammenhängende Entwicklungsflächen im Zentrum einer wachsenden Stadt.
In den anhaltenden Diskurs um die Entwicklungsflächen in Hohen Neuendorf bringt sich das Bachelor-Auftragsprojekt ein und setzt mit inspirierenden städtebaulichen Entwürfen für die Zentrumsentwicklung der Mittelstadt neue Impulse. Veränderungen brauchen Mut und Vorstellungskraft.
- Trainer/in: Andrea Bluhm
- Trainer/in: Anna Juliane Heinrich
- Trainer/in: Daria Kariakina

B10 | Städtebaulicher Entwurf
Nah am Wasser
Wohn- und Gewerbequartiere für Köpenick
Im Rahmen der Übung sollen die Fähigkeiten, städtebauliche Qualitäten und Eigenschaften zu erkennen, zu analysieren und zu bewerten erlernt werden. Darauf aufbauen wird konzeptionelle Arbeit und selbstständiges städtebauliches Entwerfen – als Zusammenspiel intuitiven und analytischen Handelns – geübt und praktiziert.
In Kleingruppen werden eine konkrete städtebauliche Situation analysiert, Ideen und Leitbilder entwickelt und Gestaltungsansätze abgeleitet. Die Erarbeitung der städtebaulichen Konzepte und Entwürfe erfolgt in Einzel- und Gruppenarbeiten. Die Entwurfstätigkeit wird durch Teilübungen, fachliche und methodische Inputs und Werkstatttage unterstützt. Es werden unterschiedliche Darstellungsformen (u. a. Handskizzen, CAD, Modellbau) angewendet. Die Kleingruppenarbeit wird über Konsultationen begleitet. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Zwischenergebnisse präsentiert, diskutiert und bewertet.
- Trainer/in: Felix Bentlin
- Trainer/in: Andrea Bluhm
- Trainer/in: Sarah Friedel
- Trainer/in: Anna Juliane Heinrich
- Trainer/in: Daria Kariakina
- Trainer/in: Angela Million
- Trainer/in: Sarina Schmidt
- Trainer/in: Sophie von Woedtke